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Wie geht es weiter mit „Regen in Münster“?

Nach Abschluss der Aufräumarbeiten stehen künftig Beratung und Spendensammlung im Vordergrund

Münster, 15.08.2014. Die meisten Keller sind geräumt und getrocknet, eine Vielzahl von Sachspenden wurde gesammelt und verteilt, der Müll auf den Straßen ist weitgehend beseitigt. Bislang hat die via Facebook entstandene Initiative „Regen in Münster“ tausende Einsätze privater Helfer koordiniert. Nach und nach verlagern sich nun die Arbeitsschwerpunkte. In Zukunft wird es mehr um Rechts- und Versicherungsfragen sowie vor allem um die Beschaffung finanzieller Mittel für geschädigte Vereine und Initiativen gehen.

„Im Laufe der letzten Wochen haben wir unglaublichen Zuspruch von den über 6.000 Mitgliedern erfahren, vor allem aber von den Menschen, denen wir geholfen haben.“, blickt Archäologiestudentin Katrin Balder aus der koordinierenden Leitstelle zurück. „Wir können nur schätzen, aber so insgesamt dürften wir mit etwa 2000 aktiven Helfern vor Ort über 3000 Einsätze in privaten Haushalten, Institutionen und auf der Straße gefahren haben. Knapp 150 gehören zum „harten Kern“ der Gruppe“, ergänzt Leitstellenkollege Sebastian Nauschütz, der hauptberuflich als Handwerker tätig ist.

Oft wurde gefragt, wie die Gruppe „Regen in Münster“ sich zusammensetzt. „Die Menschen, die sich hier spontan zusammen gefunden und aktiv mit angepackt haben, kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen, erzählt Ingenieur Matthias Griesdorn, der ebenfalls von Beginn an mit dabei ist. Die Bandbreite reiche vom Privatdozenten über Handwerker, Köchinnen, Erzieherinnen oder Sozialarbeiterinnen bis hin zu Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Kaufleuten und Kulturwissenschaftlerinnen. Bänker und Juristen hätten ebenso geholfen wie Dachdecker und Kindergärtnerinnen.

„Mit beteiligt waren und sind aber auch Langzeitkranke, Rentner, Arbeitslose und andere Menschen, denen die gemeinsame Arbeitneuen Lebensmut gegeben hat,“ ergänzt der 19jährige Physik- und Geographiestudent Matthias Podlaha, der ebenfalls mit koordiniert hat.

Gemeinsam wurden Keller abgepumpt und entrümpelt, Sperrmüll geschleppt, Menschen verköstigt, die alles verloren haben oder einfach nur getröstet. Es wurden Sachspenden gesammelt und ausgegeben, Gruppen moderiert, Haustiere versorgt, Psychologen vermittelt und vieles mehr. „So unterschiedlich die einzelnen Charaktere auch sein mögen, das Verbindende war wohl der gemeinsame Wille, spontan helfen zu wollen. Wir sind dabei zum Teil über unsere Grenzen hinausgegangen, denn wir haben so ein Krisenmanagement ja nicht gelernt“, ergänzt Leitstellen-Kollege Oliver Fontolan, im Hauptberuf Einzelhandelskaufmann. Trotz zum Teil unterschiedlicher Auffassungen überwiege jedoch das Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles getan zu haben.

„Die meisten von uns kehren jetzt langsam zurück in ihren Arbeits- und Lebensalltag. Doch weil für viele Betroffene die schlimmsten Probleme noch kommen, wollen wir mit anderen Schwerpunkten auch weiter im Rahmen des Möglichen Hilfestellung leisten,“ blickt Katrin Balder in die Zukunft. „Unter dem Dach der Bürgerstiftung Münster möchten wir gezielt bei Unternehmen Spenden für die vielen privaten Initiativen und Vereine sammeln, die durch das Unwetter massiv geschädigt wurden.“ Näheres dazu werde die Bürgerstiftung demnächst bekannt gegeben.

Weiterhin bemüht sich die Gruppe derzeit auch darum, Antworten auf die immer gleichen juristischen und versicherungstechnischen Fragen zu organisieren. Hierbei geht es um Fragen zur Kündigung unbewohnbarer Mietwohnungen, Kautionsrückzahlungen etc., aber auch um viele versicherungsrechtliche Fragen.

„Die örtlichen Versicherer zeigen sich nach unseren bisherigen Erfahrungen durchweg sehr kooperativ und engagiert. Das ist jedoch leider nicht bei allen Gesellschaften der Fall,“ sagt Unternehmerin Babette Lichtenstein van Lengerich, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe kümmert. „Deswegen suchen wir fachkundige Versicherungsexperten und Anwälte, die zu diesen Themen ehrenamtlich ein paar Sachinformationen zusammenstellen“.

Gesammelt werden sollen diese Auskünfte auf der Website www.regen-in-muenster.de. Dort können auch weiterhin Sachspenden eingestellt werden, Wohnraum offeriert und Spendenkonten abgefragt werden. Zudem ist dort eine täglich wachsende Bildersammlung bereit gestellt, die Münsters großen Regen und die vielfältige Hilfe eindrucksvoll dokumentiert.

Die Facebookgruppe „Regen in Münster“ gibt es auch weiterhin, zudem diverse Untergruppen. Dort werden von anderen Gruppenmitgliedern letzte Hilfsanfragen abgearbeitet.

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Bildunterschrift: Rund 150 Helfer umfasste der harte Kern der Facebookgruppe „Regen in Münster“.. Exemplarisch für viele (in alphabetischer Reihenfolge): Katrin Balder, Nika Blattner, Annalena Brix, Philippe Coulon, Oliver Fontolan, Matthias Griesdorn, Robin Hartkemeier, Michael Helle, Dominik Herbst, Babette Lichtenstein van Lengerich, Sebastian Nauschütz, Ralph Oelschläger, Monique Otte, Christian Plöger, Matthias Podlaha, Janine Rehne, Jenny Schröer, Holger Steppke, Britta Thieme, Julia Unkhoff, Lena Vogeshaus, Ben Verhold, Heike Witzel.

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